Schon mal unseren Glühwein probiert?

Wussten Sie, dass Gewürzwein früher als Heilmittel galt, im Mittelalter Königen und Adeligen vorenthalten war und in den 50er Jahren sogar zeitweise verboten wurde?

Wein mit Gewürzen zu versetzten ist schon seit der Antike heiß begehrt, auch wenn man das Wort „heiß“ nicht immer ganz wörtlich nehmen darf, denn so mancher Wein-Mix wurde lieber kalt getrunken. Conditum Paradoxum nannte sich damals der Vorläufer unseres Glühweins, so ganz genau weiß niemand, was in dem geheimnisvollen Getränk enthalten war und welche Wirkung es zeigte, aber das ist ja heute manchmal nicht viel anders. Laut dem Kochbuch des Apicius, dem ältesten erhaltenen Kochbuch der römischen Antike, hat man erst Honig mit etwas Wein eingekocht, dann Pfeffer, Mastix, Loorbeer, Safran, geröstete Dattelkerne und ganze Datteln hinzugefügt, und schließlich alles mit Wein verdünnt, der zu dieser Zeit als Nahrungs- und Heilmittel galt. 

Im Mittelalter waren kalte Würzweine absolut angesagt. Die Zutaten – und damit der Geschmack – waren den heutigen Inhalten schon wesentlich ähnlicher, aber niemand hätte sich freiwillig auf den Winter beschränkt, wenn es darum geht, wann dieser Trunk genossen wird. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Hypocras, ein mit Honig und später auch mit Zucker stark gesüßter roter Gewürzwein, dem man sogar medizinische Eigenschaften – welche das auch immer sein mochten – zuschrieb. Wegen der damals extrem teuren Gewürze war der Hypocras meist nur an den Höfen üblich. In einem klassischen Rezept des Leibkochs Karls V. werden Zimt, Gewürznelken und Orangenblüten als aromatisierende Zutaten erwähnt. Verwendet wurden aber auch Ingwer, Kardamom, Rosenwasser, Majoran, Muskatnuss und Pfeffer. 

Der Glühwein im heutigen Sinn wurde im Winter 1956 von Rudolf Kunzmann in einer kleinen Ein-Mann-Weinkellerei in Augsburg-Pfersee erschaffen. Dort wurde erstmals ein mit Zucker und Gewürzen versetzter Wein in Flaschen abgefüllt und verkauft. Man wüsste das gar nicht so genau, hätte das Marktamt der Stadt Augsburg nicht einen Bußgeldbescheid gegen Herrn Kunzmann wegen Verstoßes gegen das Weinrecht verhängt. Das Verbotene an der ganzen Sache war der Zucker, doch später änderte man glücklicherweise das Weinrecht und somit war Glühwein völlig legal.

Was unser Alm-Glühwein in sich birgt, ob er magische Kräfte weckt, das Tagespensum an Kalorien deckt oder ein bisserl nach Antike schmeckt, das dürfen Sie gerne selbst herausfinden. Und hausgemachten alkoholfreien Punsch gibt´s natürlich auch!