Der historische Klausenweg

Bayernherzog Wilhelm V. ist es zu verdanken, dass im Gebiet von Schleißheim Ende des 16. Jahrhunderts ein religiös-romantisches Netz vom Klausen, also Einsiedeleien, und Pilgerwegen entstanden ist.

 "Schleißheim hat im Umfang fast drei Meilen (ca. 22 km), und 9 Kapellen nach Art der 9 Kirchen zu Rom, jede wenigstens ein paar gute Büchsenschüsse weit von der anderen, alle in Holz." so beschrieb der Augsburger Kunsthändler Philipp Hainhofer im Jahre 1611 diese Gegend. Herzog Wilhelm V. , auch als "der Fromme" bekannt, ergänzte jede Kapelle durch eine Eremitenklause. Und oft durchschritt er diese Runde, um an allen Stationen zu beten. Diese Eremiten, auch Klausner genannt, hatten damals die Aufgabe, sich neben ihren geistlich-frommen Handlungen um Bedürftige zu kümmern und wurden dafür durch den Hof recht gut versorgt. Die meisten der Schleißheimer Klausen wurden 1802 im Rahmen der Säkularisation abgebrochen, 1804 schaffte man das komplette Eremitenwesen ab. Doch Fragmente erinnern uns selbst heute noch an diese Zeit, wenn auch leider oft nur in Form von Gedenksteinen. Erhalten geblieben ist zum Beispiel der Kalvarienberg der St.-Ignatius-Klause, dem der angrenzende Berglwald seinen Namen zu verdanken hat oder die Renatuskapelle, die sich früher an dem Platz befand, an dem heute das Schloss Lustheim steht. Sie wurde 1687 in einen etwa 100 Meter südlicher gelegenen Pavillon verlegt, wohin bis in die 50er Jahre regelmäßige Bittgänge stattfanden. Wer sich also – am besten mit dem Rad – von der Schlossalm aus auf die historischen Spuren der Eremiten begeben wird, wird an der einen oder anderen Stelle des Rundwegs sicherlich noch so einiges Sehenswertes entdecken, sowohl aus der Vergangenheit als auch aus dem heutigen, ganz aktuellen Schleißheim. Und findet nach Abschluss dieser Radltour bei uns sicherlich ein gemütliches Platzerl zur Einkehr. (Textquelle: "Der Klausenweg Wilhelms V.", herausgegeben von der Gemeinde Oberschleißheim)

Wer gerne mehr über den Klausenweg und seinen genauen Verlauf erfahren möchte, kann sich hier den Flyer, den die Gemeinde Oberschleißheim vor einiger Zeit einmal herausgegeben hat, als PDF ansehen.

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